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Intimität und Sexualität

Sexualität ist so viel mehr als Sex. Sie prägt unser ganzes Leben! Wir spüren sie mal mehr und mal weniger. Aber sie ist immer da. In unseren Chromosomen ist unser Geschlecht festgelegt. Wir werden als Junge oder als Mädchen aufgezogen und erzogen. ​Wir lernen unseren Körper kennen. Unsere Eltern und unser Umfeld prägen unsere Auffassung von Sexualität. Wir verlieben uns, kämpfen uns durch die Pubertät. Unser Körper verändert sich. Wir werden Frau oder Mann und manchmal auch etwas dazwischen. 

​Wir entdecken unsere Lust und unsere Leidenschaften. Wir probieren aus, was uns gefällt, mit einem Menschen oder mit verschiedenen. Manchmal auch mit mehreren zur gleichen Zeit. Wir beschäftigen uns mit Verhütung und passen auf unsere Gesundheit auf. Vielleicht bekommen wir auf die eine oder andere Weise Kinder. 

Wir werden älter und unser Körper verändert sich. Als Frau verlieren wir unsere Fruchtbarkeit und gewinnen gleichzeitig eine neue Freiheit. Als Mann lernen wir, mit einem stetig sinkenden Testosteronspiegel umzugehen. Der Sex wird zärtlicher. Manchmal entdecken wir ganz neue Techniken oder eine neue Form der Intimität. Vielleicht leben wir allein, vielleicht haben wir schon lange eine feste Beziehung, vielleicht verlieben wir uns auch noch einmal neu. 

Intimität und sexuelles Verlangen

Liebe und Sex gehören zusammen wie die Sonne und der Sommer. Erst die Liebe macht den Sex so wunderbar und so einzigartig. Mit dieser intimen und körperlichen Art der Kommunikation wenden wir uns einander zu, nehmen uns gegenseitig an, lassen Nähe und Geborgenheit zu. Wir stillen unsere Sehnsucht nach Akzeptanz und Sicherheit. Dabei geht es gar nicht nur um feste Beziehungen. Auch in anderen sexuellen Begegnungen spielt die Art und Weise, wie wir uns wahr- und angenommen fühlen, eine sehr wichtige Rolle für das Erleben von Lust und Intimität.

​Kommunikation ist ein wichtiger Teil der Beziehung und die Beziehung ein wichtiger Faktor für die Lust

Wenn die erotische Kommunikation gestört ist, leidet darunter die Beziehung. Und wenn andersherum die Beziehung nicht in Ordnung ist, wirkt sich dies auch auf das Erleben von Sexualität aus. Sexuelle Probleme wie Erektionsstörungen, frühzeitige Ejakulation, Lustlosigkeit, Schwierigkeiten zum Orgasmus zu gelangen oder Schmerzen beim Geschlechtsverkehr mögen den Anschein erwecken, sich vor allem auf der körperlichen Ebene abzuspielen. Sie stehen jedoch fast immer im Zusammenhang mit der Art, wie wir miteinander und mit uns selber umgehen. Um körperliche Ursachen sicher ausschließen zu können, ist eine ärztliche Untersuchung dennoch sinnvoll. 

​Welche Vorstellung von Sex ist für Sie realistisch?

In unserer schnelllebigen und leistungsorientierten Gesellschaft wird Sex oftmals auf die reine Erfüllung von Lust reduziert. Dabei wird Sex schnell zur Routine und die gefürchtete Langeweile stellt sich ein. Die Medien und das Internet vermitteln den Eindruck, wir müssten immerzu Lust haben und vor Potenz nur so strotzen. Das führt zu Unsicherheiten, falschen Vorstellungen und Erwartungen. In meiner ​Praxis können wir zusammen erarbeiten, welche Vorstellungen für Sie realistisch sind und welche nicht.

Der Sexualforscher Kinsey hat einmal gesagt: „Männer und Frauen würden sich im Bett besser verstehen, wenn sie sich bewusst würden, dass sie sich anatomisch nur gering unterscheiden und vergleichbare Mechanismen zum Orgasmus führen.“

​Da ist etwas dran. Und auch wieder nicht. Denn Frauen und Männer unterscheiden sich hinsichtlich ihrer Erregbarkeit und ihres Erregungsmodus nicht nur innerhalb sondern auch außerhalb des Geschlechts voneinander. Unser sexuelles Profil ist genauso individuell wie unser Fingerabdruck. Was für ​den einen genau richtig ist, mag für die andere völlig falsch sein. ​Aber bei aller Unterschiedlichkeit gibt es viele Wege und Möglichkeiten, aufeinander zuzugehen und gemeinsam eine befriedigende und lustvolle Sexualität zu leben. Und genau dabei möchte ich Sie unterstützen!